Vandana Shiva „Eine Erde für alle!“

Buchbesprechung:

 „Eine Erde für alle!“ Einssein versus das 1%.

Das Buch ist ausgesprochen lesenswert. Es sollte Pflichtlektüre an allen Schulen sein.
Vandana Shiva ist Inderin und erklärt die Verbundenheit mit der Natur aus ihrer Kultur, die nachvollziehbar für alle ist. Die Menschen, alle Lebenwesen und Pflanzen sind Natur – wir sind Eins mit der Natur und der Erde, und so müssen wir auch die Erde, die Natur, alles Lebende begreifen und behandeln.
Wir sind eine Erdenfamilie, eine Menscheit, wir sind verbunden durch unsere Vielfalt, Intelligenz und Kreativität und durch unser Mitgefühl.“
Jede Zelle, jede Mikrobe, jedes Wesen ist autonom und selbsterschaffend und -erhaltend, selbstorganisiert und frei, dynamisch und sich entwickelnd, vernetzt und nicht trennbar.“

Auch Essen ist ein Akt der Kommunikation. „Beim Essen kommunizieren wir mit der Erde, dem Landwirt, dem Koch. Unsere Nahrung kommuniziert mit den nützlichen Bakterien in unserm Darm, die es uns ermöglichen, unsere Gesundheit zu erhalten und unsere Widerstandskraft zu stärken.“
Es wird alles sehr bildlich, eindringlich und konkret beschrieben.

Sie wendet sich scharf gegen GVO (genmanipulierte Organismen), genmanipuliertes Saatgut, das die Biodiversität des Planeten zerstört, und für 50% Treibhausgasemissionen verantwortllich ist und den Klimawandel vorantreibt. Nur wegen der grenzenlosen Gier des 1%.

Sie analysiert das 1% der Menschen, die alles ausbeuten, trennen, sequentieren, patentieren und kontrollieren zu ihrem alleinigen Nutzen, ihrer alleinigen Macht und mit ihren Milliarden bestimmen zu können, was global läuft, was erforscht, was und wie produziert wird, was und wie gehandelt wird. Wie sie die Menschheit und die Natur manipulieren können.
Es werden die verantwortlichen Konzerne und Menschen mit ihren Milliardengewinnen benannt.
Tabellen belegen den Reichtum der größten Konzerne und wo sie überall mit ihrem Geld drinhängen und darüber und damit alles bestimmen können, die Politik, die Forschung, die Bildung, das genmanipulierte Saatgut, die Digitalisierung, Big Data, Geo-Engineering, die gesamte Industrie, Kontrolle.
Auch wenn ihre Zahlen aus 2016 sind, so kann man hochrechnen, dass ihre Profite sich verdoppelt und verdreifacht haben.

Es sind immer wieder die gleichen Konzerne und Menschen, Microsoft, Rockefeller-Stiftung, Amazon, Hedge-Fonds, Monsanto, Pfizer, Johnsond&Johnson, Bayer, BlackRock, Vanguard, Google, Walmart, Lebensmittel, Immobilien, Software, Dienstleistungen, usw.
Und immer wie dieselben Milliardäre, die die Welt zerstören, allen voran Bill Gates, den sie besonders gründlich auseinandernimmt, weil er sich als Wohltäter mit seiner Stiftung darstellt, aber zu den größten Übeltätern zählt.

Zum Schluss hin greift sie auf, was wir in und für unsere Zukunft tun können.
Sie geht dabei auch von den 3 Prinzipien Mahatma Gandhis aus, die sich im Laufe seiner Kämpfe für die Durchsetzung von Freiheitsrechten herauskristallisiert haben:
– Swaraj: Selbstorganisation, Selbstbestimmung, Freiheit als Autopoiesis
– Swadeshi: Selbstversorgung und Schaffung lokaler Ökonomien
– Satyagraha: Kraft der Wahrheit, Nicht-Kooperation und Nicht-Teihabe an Systemen, Strukturen und Gesetzen, und einer Politik, die die Erde zerstören und die Menschen ihrer Freiheit berauben. Passiver Widerstand, Befreiungsbewegungen, z.b. die Saatgut- Freiheitsbewegung, planetarische Freiheitsbewegungen.
Diese Prinzipen werden ausführlich erörtert, auch für die heutige und zukünftige Entwicklung:
Dass wir lernen, uns selbst zu regieren, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.
Freiheit von Herrschaft, Zwang und institutionalierter Gewalt.

Dass eine repräsentative Demokratie unzureichend ist, dass es um eine partizipatorische direkte Demokratie geht. Sie definiert Teilhabe als ein zentrales Element einer neuen inegrativen Demokratie, den gemeinsamen Aufbau von Überfluss durch Teilen.
Veränderung des Denkens, Erkennen von Verbundenheit und Knüpfen von Verbindungen, die Schaffung einer Erddemokratie, die auf lebendiger lokalrer Demokratie beruht.

Das erfordert einen Quantensprung in unserer Vorstellungskraft, unserer Intelligenz, unserer Fähigkeit zu Mitgefühl und Liebe, sowie unsern Mut zu Widerstand.
Unsere einzige Option besteht darin, die Erde und damit unsere Menschlichkeit zu heilen und zurückzufordern und so für uns die einzig mögliche Zukunft zu schaffen, als eine Menschheit auf einem Planeten.
Und nicht wie Stephen Hawking oder Elon Musk in technologischer Hybris auf einen andern Planeten zu wollen.

Gandhi: „Die Erde bietet genug für die Bedürfnisse aller, aber nicht genug für die Gier einiger weniger Menschen“

rabejaspis
6.8.22

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.