In der gegenwärtigen Polarisierung des außerparlamentarischen Diskurses um Corona-Maßnahmen stehe ich entsetzt zwischen allen Fronten: Weder marschiere ich mit Nazis, noch werde ich autoritäre Parolen oder Aktionen unterstützen!
Mit Fassungslosigkeit habe ich die Reaktionen des Großteils, oder zumindest lautesten Teils der Radikalen Linken, zu der ich mich nach wie vor zähle, registriert: Einerseits gibt es die völlig unkritische Hin- und Übernahme von staatlich verkündeten Informationen und Maßnahmen und andererseits die völlige Unfähigkeit, differenziert auf die aufkommenden Maßnahmekritiker*innen einzugehen.
Diese Unfähigkeiten, für deren Ursache ich eine sehr lange Vorgeschichte sehe, haben zu einem massiven Infragestellen von „uns“ geführt. Es stellt sich die Frage, welches „Wir“ da vorher von uns auf Teile der radikal linken „Szene“ projiziert wurde? Wir sind antiautoritär / undogmatisch / anarchistisch ausgerichtet. Unter „links“ verstehen wir nicht nur den Drang nach Freiheit und einem „Guten Leben für Alle“1, sondern auch die permanente Pflege von kritischen und selbstkritischen Diskursen in einer von Achtsamkeit, Empathie, Wohlwollen und Solidarität geprägten Atmosphäre.
Ich bin entsetzt, was die bornierte Polarisierung bei den Maßnahme-„Diskussionen“ insbesondere im Hinblick auf Kommunikation und Verständigung angerichtet hat (übrigens auf allen Seiten, aber die Kritik an den Maßnahmegegner*innen ist nicht Gegenstand dieser Betrachtungen). Hier mal einige Highlights:
- „Wer Seite an Seite mit Nazis marschiert, ist ein Nazi.“2
Diese Aussage, die auch zigfach und immer öfter in sozialen Medien auftaucht, ist nur die Spitze des Eisbergs eines oberflächlichen, d.h. scheinbar von fundamentaler Totalitarismus-Analyse freien Antifaschismus. Sie stellt übrigens auch eine Verharmlosung des Nationalsozialismus dar. Meistens wird die Aussage vorsichtiger formuliert, aber die Tendenz ist da. Die Protestierenden alle als rechtsextrem einzusortieren, ist ein politischer Offenbarungseid. - „Wir impfen euch alle“
Zu diesem autoritären und übergriffig intendierten Sprechchor diverser Antifa-Gruppen hat Elisabeth Voss3 einen ausführlichen Artikel geschrieben4, dem nicht viel mehr hinzuzufügen ist, außer vielleicht, dass der Ansage auch noch einen kulturellen Subtext einer penetrativen Männerphantasie inne wohnt. - Kritik an „My body, my choice“
Es gab allen Ernstes in den sozialen Medien eine („antifaschistische“) Abwehr gegen diese alte feministische Grundüberzeugung, mit der Begründung, dass dieses Argument missbraucht würde oder ausschließlich für die Abtreibungsdebatte(n) gälte. Sorry, diese Parole gilt immer und überall und für alle (auch Männer)!5 - 2G-Regeln in „linken“ Zentren
Mal abgesehen von dem unsolidarischen Ausschluss von Leuten, die sich nicht impfen lassen können oder mit denen die Zentrumsführung nicht diskutieren will, haut es mich von den Socken, dass dadurch sogar in der Roten Flora Ausweise kontrolliert werden.
Dass zudem eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt nicht einfach nur eine solidarische Kontaktverfolgung darstellt, sondern auch zur staatlichen Kontrolle und amtlichen Zwangsmaßnahmen führen kann, ist den Hilfssheriffs auch nicht aufgefallen. - Linke Sprechverbote
Allein die Benutzung des Wortes „Skepsis“ bei Diskussionen um ein Corona-Konzept in der Flora, hat mir einen üblen „Querdenker!“-Vorwurf eingebracht, wobei es nur um die Skepsis ging, dass „mit 2G“ wieder inhouse-Veranstaltungen ohne Masken und ohne Abstand möglich werden sollten. Eine Diskussion war so nicht möglich und nach dieser Nummer wird sich da so schnell niemand trauen, kritische Gedanken zu äußern.
Entsprechendes ist auch in der Telegram-Gruppe „Hamburg solidarisch gegen Corona“ zu beobachten, wo „der Diskurs“ von einem halben Dutzend autoritärer Sittenwächter beherrscht wird. Da traut sich niemand mehr kritische Aussagen oder Nachfragen zu posten. Ein irgendwie kritisch zu nennender, linker Diskurs findet nicht statt. Zumindest nicht mehr öffentlich. Das ist letztendlich das Gegenteil von „links“, so wie ich es verstehe. - Ausgrenzung
Die linke Tradition von Ausgrenzungen aller, die nicht den eigenen „Standards“ genügen, ist ein altbekanntes und sehr problematisches Phänomen, das in der Auseinandersetzung mit den Maßnahmekritiker*innen eskaliert ist: Der ursprünglich sehr positive Begriff „Querdenker*in“ wurde negiert und in Richtung „Querulant*in“ umgedeutet. Ausdrücke wie „Querdullies“ und Schlimmeres werden immer mehr benutzt. Die Aussagen der Kritiker*innen, die sicherlich nicht alle richtig sind oder Faktenchecks standhalten, wurden pauschal als „Geschwurbel“ bezeichnet. Schwurbeln ist ein neuer Kampfbegriff geworden, der letztendlich jegliche kritische Diskussion unterdrückt. - Entmenschlichung
Die Folge jeder Ausgrenzung sind Entmenschlichung (und in der Folge Auslöschung), die sich dann auf Twitter bei Einzelnen auch in Form von Aufrufen an die Bullen, endlich mal gegen die „Dullies“ die Knüppel zu ziehen oder bei Gefriertemperaturen die Wasserwerfer einzusetzen, ausdrücken. Eines sollte klar sein: „Linke“ Möchtegern-Bullen sind echt das Allerletzte! - Solidarität „einfordern“
Solidarität als linke Tugend kann mensch genauso wenig wie Liebe verlangen oder gar einfordern. Sie können nur freiwillig geschenkt werden, auf Basis von Empathie und ohne kommerzielle Schuldgedanken6 an eine Pflicht zur Gegengabe. - Unkritische Wissenschaftsvergötzung
Die politische Arbeit der linken Bewegungen der letzten Jahrzehnte ist geprägt gewesen von einer gesunden kritischen Distanz zu „der Wissenschaft“, aber das hat sich in den letzten zwei Jahren – zumindest beim lauten, sichtbaren Teil der Linken – schlagartig in Luft aufgelöst. Jeglicher Zweifel an staatlich verkündeten obersten Wahrheiten „der Wissenschaft“ werden Schulter an Schulter mit den Herrschenden bekämpft. Nicht dass es tatsächlich jede Menge Fake News oder hilflose Verschwörungstheorien gäbe, aber zur wissenschaftlichen Methode gehört eben auch, genau hinzuschauen und nicht selbstherrlich abzukanzeln. Wissenschaft lebt vom Zweifel und vom widerstreitenden Diskurs. Wir kennen doch all die gekauften und manipulierten, „wissenschaftlichen“ Gutachten, die uns Kernkraftwerke7 oder Pestizide wie DDT oder Glyphosat etc. als harmlos, aber notwendig verkaufen wollten. Schon vergessen?
Versagen der militanten Antifa
Am allerschlimmsten fand ich den hilflosen Umgang mit den ersten Maßnahmeprotesten: Anstatt sich in die kritischen Debatten einzumischen, die berechtigten Kritiken zu identifizieren und aufzunehmen, stellte sich eine oberflächlich analysierende Antifa dagegen, um rigoros auszugrenzen. Es wurde nach dem Motto verfahren, Suche die braune Nadel im Heuhaufen, dann darfst Du den ganzen Heuhaufen anzünden.
Eine Antifa, die Faschisten nur an ihren Äußerlichkeiten erkennen kann, hat versagt! Wo bleiben tiefer gehende Totalitarismus-Analysen oder gibt es da Schwierigkeiten sie korrekt anzuwenden? Schlimm ist insbesondere, dass diese Antifa im Schulterschluss mit dem Staat die Maßnahmegegner*innen rigoros ausgegrenzt und den Rechten in die Arme treibt, anstatt Basisarbeit zu machen. Mit Basisarbeit meine ich eine nachhaltige Arbeit, einen Kampf um die Köpfe und Herzen von Menschen für ein Gutes Leben für Alle.
Aber dazu muss mensch mit den Leuten reden können, was aber eine extreme Intoleranz verhindert, die insbesondere in den militanten Gruppen herrscht. Das einzige, was nicht toleriert werden kann, ist die Intoleranz, alles andere kann und muss ausdiskutiert werden. Hier ist (immer noch) eine Militanz-Debatte überfällig, bei der übrigens auch die real existierenden toxisch-männlichen Aspekte der linken „Kampfsportler*innen“ kritisch beleuchtet werden sollten.
In welch übles Fahrwasser so eine Antifa durch den Schulterschluss mit den Herrschenden gerät, zeigt das Essay Totalitarismus und die fünf Schritte zur Entmenschlichung von Christiaan Alting von Geusau, das ich wärmstens zu lesen empfehle8.
Ursachensuche
Ich muss mir leider eingestehen, dass ich mir jahrzehntelang eingeredet habe, dass es in der Autonomen Subkultur, als Nachfolgerin der antiautoritären Sponti-Kultur, ein gemeinsames anarchistisches Grundprinzip gibt, dass wir eine herrschaftsfreie und somit hierarchielose Gesellschaft erkämpfen wollen und dass wir auf dem Weg zu diesem Ziel dies auch in unseren eigenen Beziehungen umsetzen werden („Politik der ersten Person“9).
Wie ich aber auch schon vor der Corona-Pandemie feststellen musste, sind solche wohlwollenden Projektionen lediglich Wunschdenken10. In der Realität zeigen sich in fast allen linken Projekten autoritäre Denkmuster und hierarchische Strukturen11. Da in anarchistisch orientierten Kreisen Macht verpönt ist, haben sich gut versteckte Methoden der Machtausübung etabliert12. Erst nachdem ich das selber erlebt und erkannt hatte, wurde mir verständlich, warum kritische Diskussionen zur eigenen Projektstruktur stets abgewehrt werden (wg. Machterhalt) und niemals politische Grundsätze diskutiert und erarbeitet wurden: Mit dieser Intransparenz, ohne im Konsens ausformulierte Grundlagen können jederzeit von der Führungselite nahezu beliebige Argumente oder Standpunkte aus der Luft gegriffen werden und eingesetzt werden, je nachdem wie es gerade passt.
Eine Ausarbeitung von politischen Grundsätzen erfordert aber meines Erachtens auch eine kritische Überarbeitung und Ergänzung der Marxschen Kapitalismusanalyse. Die Perversion jener Ansätze durch Stalin, Mao & Co. hat der Befreiung der Menschen einen Bärendienst erwiesen. Es ist erstaunlich (und erfreulich) dass trotz alledem eine große Mehrheit der Bevölkerung den Kapitalismus kritisch sieht. Aber wie die Probleme zu lösen sind, dazu gibt es kein konsensierbares (von vielen/allen tragbares) Konzept. Wir müssen uns unbedingt ein neues linkes Narrativ erarbeiten!
Ausblick
All die genannten Punkte haben bei mir auch ein Gefühl des Verrats durch Genoss*innen der Radikalen Linken entstehen lassen, bis mir klar wurde, dass die Ursache in den vorgenannten, von mir selber gepflegten Projektion liegt und ich mich eher fragen muss, mit wem ich denn da zusammen gearbeitet und gekämpft habe. Diese Fragen sollten noch dringender, als zuvor schon, gestellt und diskutiert werden. Ich würde in Zukunft doch mal gerne genauer wissen, welche Gesellschaft „wir“ anstreben und wie „wir“ uns den Weg dahin konkret vorstellen.
Die von einigen Autoritären bewusst positiv gesehene Polarisierung, wird ihnen übel auf die Füße fallen. Wenn sich der Rauch der Auseinandersetzungen verzogen hat, wird die Implosion einer vorher schon sehr schwachen und marginalisierten linken Szeneblase sichtbar werden. Ich persönlich hab inzwischen Schwierigkeiten, zu Demos und Aktionen zu gehen. Das galt schon zuvor gegenüber offenkundig autoritären Gruppen, aber inzwischen bin ich verunsichert, welche vermeintlich befreundete Gruppen doch eher autoritäre Zielvorstellungen haben und diese doch nicht so hierarchiefrei erreichen wollen, wie vorgegeben.
Den Fehler der wohlwollenden Projektion werde ich nicht noch einmal machen. Ich möchte nur noch mit Leuten zusammen arbeiten und kämpfen, die eine herrschaftsfreie Gesellschaft anstreben und dieses Ziel auch auf dem Weg dorthin praktizieren (Politik der ersten Person). Als Graswurzel-Bewegung, ohne Eliten, ohne Parteien. Radikal heißt für mich, die Wurzeln (lat. radix) ‚des Übels‘ zu suchen und zu analysieren. Wer aber radikal mit rigoros, so wie Anarchie mit Anomie oder Herrschaftsfreiheit mit Strukturlosigkeit verwechselt, mit der/dem möchte ich nicht (mehr) zusammen arbeiten. Ob die hier Kritisierten überhaupt noch diskussionsfähig sind, ob sich die innere Verkrustung der linksradikalen Szeneblase überhaupt noch von Innen aufbrechen lässt, wird sich zeigen. Wir wollen diskutieren, wenn notwendig in ganz neuen Strukturen, aber diesmal nicht nur achtsam sondern auch wachsam.
Mit pan-solidarischen Grüßen,
Dancing Bull
(Perspektive Solidarität Hamburg)
Artikel als PDF: LINK
1 „Vivir bien“: https://amerika21.de/print/42318
3 Zur Person: http://www.elisabeth-voss.de/
5 Siehe dazu auch https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/my-body-my-choice-impfdebatte-impfzwang-6837.html
6 Siehe Eva von Redecker, Revolution für das Leben, S. Fischer Verlag 2020: Kapitel „Teilen (Güter)“, Unterkapitel „Freie Gaben“ ab S. 249
8 https://eutopie.blackblogs.org/2022/02/01/totalitarismus-und-die-fuenf-schritte-zur-entmenschlichung/
10 Das fiel mir zum ersten Mal ziemlich übel auf, als beim zweiten bundesweiten Autonomen-Kongress im Juli 1983 in Lutter ein abstoßendes Gedränge der spitzesten Ellenbogen an den Essenstöpfen einsetzte.
11 Dazu gibt es einen, leider immer noch aktuellen Text von Jo Freeman, der aufzeigt, dass es keine strukturlose Gruppen geben kann: https://eutopie.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/1485/2020/10/Jo_Freeman_-_Die_Tyrannei_der_unstrukturierten_Gruppen.Mit_Markierungen.pdf
12 Die Projektwerkstatt hat dazu hilfreiche Texte veröffentlicht, deren kritische Beschreibungen und Analysen übernommen werden können: http://www.projektwerkstatt.de/index.php?domain_id=1&a=13782
Fassungslos bin ich ebenfalls – die Frontenbildung verunmöglicht beinahe jede Differenzierung. Eine äusserst gefährliche Entwicklung, die wir in Zukunft im Auge behalten und daraus lernen müssen.
Doch davon abgesehen halte ich es nicht für grundlegend falsch und sogar eher als Stärke, wenn sich auch Antifa-Gruppierungen in einem gesundheitlichen Ausnahmezustand dazu entschliessen, den Sprachregelungen „der Regierung“ oder der WHO zu folgen.
Schnell entwickelnde Ausnahmezustände erfordern rasches, konsequentes Handeln.
Aber klar, der politische Diskurs darüber , wie lange wie viel Einflussnahme usw. legitim ist, soll immer möglich sein. Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr (nachträgliche) Überprüfung braucht‘s.
auch ich hab mich gefreut über diesen text!
es ist schon erstaunlich, wie leicht ein schockartiges ereignis (egal ob real oder inszeniert – dazu gern naomi kleins ’schock-strategie‘ lesen) ein neues koordinatensystem in menschliche hirne pflanzen kann. und wenn die anlagen schon da sind, wie der text aufzeigt, gehts noch leichter.
dazukommt, dass menschen offenbar ein religiöses bedürfnis haben, an etwas glauben wollen, wenn sie nicht verstehen.
insofern alles ein gelungenes szenario:
biete einen schock, habe eine bedrohung, die unsichtbar ist, aber irgendwie auch real, und biete einen weg, damit umzugehen, nämlich eine neue religion: stelle das ganze unter den schlüsselbegriff solidarität, worauf die benommenen linken anspringen & hoffnung schöpfen, nutze aber den schockzustand und setze neue definitionen, zb dass abstand nähe sei, dass nur virtuelle kontakte sicher seien (was dem überwachungskapitalismus einen großen fortschritt bereitet), sage den menschen überhaupt, dass sie sich zur sicherheit jetzt alle gegenseitig auf konformität überwachen müssen und exkommuniziere die ungläubigen, setze sie mit der größtmöglichen geistigen pest (nationalsozialismus/faschismus) gleich – und natürlich: predige von anfang an, dass nur eine impfung uns aus der plage herausführen kann. sorge dafür, dass die immunsysteme der menschen nicht mehr ihre eigenen angelegenheiten sind, sondern führe sie in kolonialem gedanken zur verwertung und gestaltung pfizer & co zu. der digital gewordene mensch ist ständige updates gewohnt, warum also nicht auch immunsysteme alle paar monate boostern…
also, globalkapitalgesteuerter staat: alles richtig gemacht! selbst bei der mehrheit der linken hat die gleichrichtung geklappt.
aber menschen sind auch noch anders als nur religiös – das zeitalter der aufklärung ist zwar jetzt gut 300 jahre vorbei, aber es gibt auch heute immer mehr, die hinter fassaden und glaubenssätze schauen, zumal wenn sie merken, dass die versprochene erlösung sich in immer mehr stress und voranschreitende wirtschaftliche und soziale verelendung auflöst. insofern besteht hoffnung…
Schöne Antwort! Danke!
Der „bestimmte Typus“, den Du meinst, sind diejenigen, die davon ausgehen, dass der Mensch an sich schlecht sei und Frieden nur durch Druck und unter „guter Führung“ von oben zu realisieren ist. Bis auf die anarchistische Strömung denken sehr viele so, auch unter dem Label ‚Links‘.
Wie wichtig die Antwort auf die Frage nach der Natur des Menschen ist, zeigt dass Kropotkin zu dieser Frage sein bedeutendes Werk „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt„ verfasst hat, das nach 120 Jahren nichts an Aktualität und Bedeutung verloren hat (Lesetipp!).
Schöner Text!
In Berlin ist das Klima abscheulich. Teilweise haben Leute Angst auf die Spaziergänge z.B. in Friedrichshain zu gehen, weil sie von der „Antifa“ körperlich attackiert und bedroht werden.
Da steht ein ziemlich bunter Haufen von Spaziergänger:innen, darunter erstaunlich viele Migrant:innen, die Mehrheit Frauen, schwarz gekleideten meist männlichen maskierten meist „biodeutschen“ fanatischen unansprechbaren Schlägertyp:innen gegenüber, die sich „Antifa“ nennen.
Mich erinnert das Verhalten der „Linken“ an 1914 – die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten – und 1999, als die Grünen, die kurz zuvor noch Ökosozialismus und Nato-Austritt gefordert hatten, Serbien überfielen, um „ein neues Ausschwitz zu verhindern“. Als hätte in einem bestimmten Typus des radikalen Widerstands schon immer der heimliche Wunsch nach einer Überidentifikation mit den Herrschenden gesteckt, dier endlich ihre Gelegenheit gefunden hat.
Super, endlich endlich trauen sich Menschen Kritik zu äußern und auch konkrete Vorschläge zu machen, wie wir etwas gegen die Spaltung der Gesellschaft zum Nutzen von Kapital und Rechten machen können. Und wo es Ansätze zu Diskussionen für eine solidarische linke Politik geben kann…
Ich habe zwischendurch schon gezweifelt an meiner kritischen Haltung zur offiziellen Coronapolitik, da um mich herum kaum jemand das verstanden hat, und ich mich zunehmend mehr zurück gezogen und zurückgehalten habe aus Angst in die Ecke der Verschwörungstheoretiker und Coronaleugner gedrängt zu werden.
Für mich befreiend von euch zu hören und die Text zu lesen und zu merken, dass es doch noch mehr kritische Menschen gibt.
Danke
Der Text hier hat uns sehr gefreut! Es geht endlich was! kommt zu den antikapitalistischen Protestenll! Die Linke Demo in Hamburg ist ein guter Ansatz.
Unten ist die Rede vom 05.02.2022, in Hamburg St.Pauli , auf der Linken Demo, von einem anarchisten des ISC nucleo Gori. Wir solidarisieren uns mit den „Gilets Jaunes Internationale“ für die Proteste gegen das Kapital. Die Gilets Jaunes Internationale habe die Rede als Video auf yt. Wir wollen keine Querfront mit Rechts, niemals! Wir wollen starke antikapitalistische Proteste ohne Rechte und autoritäre strukturen, wie sehr viele andere auch. Diesen Konsens haben wir mit den Gelbwesten aus Hamburg gefunden nach dem Prinzip des Block Lorraine.
Solidarische Grüße!
ISC nucleo Gori
Rede:
Kapitalismus ist keine Verschwörungstheorie.
Was ist das für ein verklärter Umgang mit dem Begriff Solidarität? Obwohl die Gefahr für Kinder, die von covid19 ausgeht sehr, sehr, gering ist und gleichzeitig, in sogenannten 3 Welt Ländern kaum bis gar kein Impfstoff zu Verfügung steht, für Menschen die ihn gebrauchen können, vorerkrankte, ältere lassen, in Deutschland, die Leute ihre Kinder impfen, aus Angst oder um dem Zugehörigkeitsgefühl nachzukommen, um Verantwortung zu übernehmen, solidarisch zu sein, zu den richtigen zu gehören. Hierzulande ballern sich kerngesunde 20-jährige demnächst
ihren zweiten Booster rein, Schalalalalalala und ab ohne Test in die Großraumdisko.
Während die Pharmakonzerne unvorstellbar große Gewinne einstreichen und wir gleichzeitig Betten in den Krankenhäusern abbauen und die Arbeitsverhältnisse von Pflegepersonal prekäre zustände aufweisen….
Diese Zustände sind das Resultat von der Privatisierung des Gesundheitssektors. Das Allgemeinwohl wurde Marktwirtschaftlichen Interessen untergeordnet.
Der Pflegenotstand wird noch befeuern in dem sie versuchen, die impfunwilligen PflegerInnen zu erpressen und sie letzten Endes mit einem Berufsverbot belegen. Was ist das für eine scheinheilige Solidarität?
Geimpfte tragen zum Infektionsgeschehen genauso bei wie ungeimpfte. Also, warum soll ein Mensch der negativ getestet ist nicht genau so am öffentlichen Leben teilhaben dürfen wie ein geimpfter?
Diese Diskrepanz in der Logik fällt so langsam auch den Otto-Normalbürgerinnen auf. Und zu Recht stellen sie fest, dass es wenig Sinn macht und dass es dabei einzig und allein darum geht, die Menschen zur Impfung zu zwingen. Was aber keine Solidarität oder Gesundheitsschutz für
die gesamt Bevölkerung mit sich bringt, sondern die Gewinne der Konzerne maximiert!
Das ist der Punkt und das checkt mittlerweile fast jeder und jede, fast. Wir stehen hier für eine Gesundheitspolitik, für die Menschen, nicht für die Konzerne.
Das Debakel um die Luca App, hat gezeigt, wie ineffizient und sinnlos es war, Smudo und seinem Startup, Millionen von Steuergeldern in den Arsch zu blasen. Wollen wir in einer Welt leben in der wir durch den Digitalen Pass jeden Schritt Überwachbar machen? Öffentliche Verkehrsmittel, Einzelhandel, Kultur, alles nur noch zugänglich mit digitalem Passierschein?
Die schwächsten unserer Gesellschaft, wie zum Beispiel Geflüchtete ohne Aufenthaltsgenehmigung
leiden am stärksten darunter. Deshalb nein zum CoV Pass, Green Pass, Pass Sanitär oder wie
auch immer es heißen soll. Kein Mensch ist zertifizierbar!
Ich halte covid19 nicht für einen Fake oder ungefährlich. Aber wie die Politik handelt zeigt eindeutig, dass es hier nicht um Gesundheit geht, sondern um Profite!
Deshalb gehen die Leute auf die Straße, sie wollen sich kein Impfung-Abo aufzwingen lassen. Jeder Mensch der es möchte soll sich impfen und wer, aus welchen Gründen auch immer, es nicht
will, soll verdammt nochmal in Ruhe gelassen werden.
Ich habe kein Problem mit Maske tragen in Innenräumen und mit Testen. Wenn’s nur die geringe Chance gibt dadurch Menschenleben zu retten, mach ich das gerne. Das war nie das Problem, aber Impfung-Abo „sonst verlierst du deine Arbeit“!
Mittlerweile wird darüber diskutiert Ungeimpften das Arbeitslosengeld zu streichen. Vermieterinnen vermieten nur an geimpfte. Fahrschule, somit das Recht auf Mobilität nur mit aktuellem Booster?
Das ist übelste Diskriminierung und damit muss jetzt sofort Schluss sein.
Es hilft niemanden anderen, außer einem selbst, geimpft zu sein. Der Pflegenotstand ist nicht durch die ungeimpften verursacht, sondern von Politik und Konzernen, von Staat und
Kapital. Was kann daran unsolidarisch sein seine Impfdosis Menschen zur Verfügung zu stellen die sie haben wollen. Was kann daran solidarisch sein, impfunwilligen Menschen die Existenz Grundlage zu entziehen?
Ja aber… OK, impfen hilft nicht vor Infektion oder Weitergabe. Ja aber, die Virenlast ist geringer! …ach ja ist das so? Da gibt es zahlreiche Studien die das belegen, es gibt aber auch zahlreiche Studien die das Gegenteil belegen…und nun?
Gute Studie… böse Studie? Ja aber, mit Impfung bekommst du keinen schweren Verlauf. Ach ja, was machen dann die Geimpften auf den Intensivstationen? Ja, die waren alt und vorerkrankt. Ach, so ist das…OK, warum dann nicht hauptsächlich die Alten und Vorerkrankten impfen? Überall, Welt weit?
Was ist das überhaupt für eine Argumentation. Erst sparen sie den Gesundheitssektor kaputt, dann wollen sie alle zwingen sich impfen zu lassen, damit die Krankenhäuser nicht überlasten werden
und wer da nicht mitmacht ist dann an allem Schuld und gehört geächtet. Sollten am besten auch nicht behandelt werden…
Wie ist das? Sollten dann Menschen mit starken Impfnebenwirkungen auch nicht mehr behandelt werden, so Auge um Auge mäßig…??
Während in Medien diese völlig schwachsinnige Diskussion geführt werden, Sterben Menschen Weltweit, an Covid, an Maßnahmen und deren Folgen, an Hunger und Kriegen, und hier starren alle auf die neusten Infektion Zahlen, wie das Kaninchen auf die Schlange.
Wir wollen einen offenen kontroversen Diskurs in der Zivilgesellschaft und vor allem in der linken Szene!
Liebe autoritäre Antifa, liebe Basisgruppe Hooligans, Danke!
Danke, dass ihr darauf aufmerksam macht des Faschisten sich die
Kritik an den Maßnahmen zu eigen machen. Das tun sie. Und auch unreflektiertes wiederholen von strukturellen antisemitischen Verschwörungsmythen ist in der Masse der Maßnahmen-Kritikerinnen zu finden. Nein, Jana aus Kassel du bist nicht wie Sophie Scholl, und Pickelhaube Kaiserreich, ungeimpft im Judenstern, ist und bleibt ein scheiß Vergleich. Die AFD, NPD, pegida, Identitäten Bewegung, der dritte Weg, das sind alles Akteure die den Unmut der Mensch sich zunutze machen
wollen und es auch tun.
Das ist ein Problem, welches wir verhindern müssen. Weil wir sonst im totalitären Kapitalismus aufwachen oder in einer Revolution von Rechts. Beide Dystopien, die wir als Linke bekämpfen müssen. Das Problem ist, dass die Linke es bisher verpasst hat die richtigen Themen auf die Straße zu bringen. Anstatt die Mitte der Gesellschaft aufzuklären vor dem rechten Geschwurbel und sie abzuholen, sich den Interessen der Arbeiterinnen zu verschreiben, habt ihr, liebe autoritäre Antifa, liebe Basisgruppe Hooligans, genau das Gegenteil gemacht. Ihr treibt die Arbeiterinnen in die Arme der Fascho Demagogen.
Kiddies mit Antifa-Flagge, hinter Ffp2 Masken. Das Erkennungszeichen „auf der richtigen Seite zu stehen“ Skandieren „wir impfen euch alle“ und eure Ignoranz kostet Menschen leben“, „Lass euch impfen sonst tun wir das“.
Ach herje…Eure Schreiberlinge vergiften jeden linken Diskurs und bezeichnen Impfverweigerinnen als sozialdarwinistisch als unsolidarisch. Damit habt ihr euch leider total verlaufen, anstatt Esos und Hippies in die Klangschalen zu scheißen empfehle ich euch, dass ihr zu ur-linken Werten zurückkehrt und vielleicht mal etwas anarchistische Lektüre…
Aber es ist nicht zu spät! Kommt zurück! Lasst uns einen Konsens finden. Lasst uns Nazis aus den Demos drängen. Lasst uns Verschwurbelte aufklären und nicht als herablassende Herrenmenschen begegnen. Lasst uns gemeinsam den Kapitalismus bekämpfen, denn dieser ist keine Verschwörungstheorie.
Nehmt die „freie Impfentscheidung“ und den „No Greenpass“ mit in eure Forderungen auf und ihr werdet sehen das 10.000 de sich euren Demos anschließen werden.
Der Konsens könnte da lauten:
Pharmagewinne abschaffen!
Impfstoffpatente freigeben!
Masken und Test für alle kostenlos!
Schluss mit 2G Diskriminierung!
Für eine freie Impfentscheidung!
Kein Pass Sanitär!
Champagner für alle, Impfen wer will!
Da muss ich gar nicht mehr großartig kommentieren – der Text ist mir aus der Seele geschrieben. Danke dafür.
Wow, da kann ich jedes Wort von unterschreiben. Es ist schon traurig was in den letzten knapp 2 Jahren geschehen ist… in meinem Blog hab ich mich auch schon über das Versagen der Linken ausgelassen: https://www.iromeister.de/puh-es-sind-doch-nicht-alle-linken-staatstreu-geworden/