Wir sind geimpft und ungeimpft. Wir haben uns vor Corona gut verstanden und verstehen uns jetzt noch ein bisschen besser. Wir können nachvollziehen was die jeweils andern bewegt und können die unterschiedlichen Entscheidungen respektieren.
Ich hatte auch Probleme mit dem mRNA, genbasiert, unerprobt, keine Entwicklungsstudien, wir sind alle Versuchskaninchen etc.
Aber dann überwogen andere Überlegungen: dass ich älter werde, dass mein Immunsystem nicht mehr so fit ist, dass ich nicht an Corona sterben wollte. Das wollte ich nicht dem Virus überlassen. Das möchte ich soweit wie möglich selbst bestimmen. Jedenfalls die Möglichkeit dazu haben.
Jede*r hat das Recht auf Selbstbestimmung, auch beim Impfen.
Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein Grund- und Menschenrecht, allein von daher kann es keine Impfpflicht geben. Erst recht nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo der Impfstoff so unerprobt und die kurz- und langfristigen Wirkungen und Risiken so wenig erfasst und erforscht sind.
Auf die Ungeimpften läuft ein ungeheurer Druck auf allen Ebenen, psychologisch, biopolitisch, gesellschaftlich, persönlich. Trotzdem lassen sich die Bedenken nicht wegreden.
Die Pandemie-Verordnungen haben uns schon zu viel Grund-und Freiheitsrechte genommen.
Wir (unsere kleine Gruppe) haben nach ein paar Monaten Pandemie verschärft wahrgenommen, wie wir (eine undefinierbare „radikale Linke“) immer weiter ins Aus katapultiert wurden. Jede Solidaritäts-Kundgebung, Demo, Veranstaltung, Versammlung wurden von Polizei + Justiz auf ein unglaubliches Minimum reduziert und eingeschränkt oder gleich verboten. Die Isolierungsmaßnahmen haben uns atomisiert und händelbar gemacht – das war auch der Sinn und Zweck. Damit wir allen Maßnahmen, auch den unsinnigen, zustimmen.
Der Protest dagegen kam aus ner ganz andern Richtung, unerwartet.
Der Bundesregierung ging es von Anfang der Pandemie an nur darum, von ihren Krisen, ihrer Inkompetenz, ihren Fehlern, Unzulänglichkeiten, mangelnde Vorsorge etc abzulenken. Das Gesundheitswesen war lange vor Corona profitorientiert verscherbelt worden, durch die Pandemie traten die Fehler nur stärker zutage. In 2 Jahren Pandemie haben sie es nicht geschafft, bessere Zustände zu schaffen, das Pflegepersonal höher zu bezahlen usw. Nur ein Skandal nach dem andern. Auch Lauterbach wird seine Krankenhausprivatisierung nicht rückgängig machen, außer eine unvorhergesehene Situation zwingt ihn dazu.
Mit der Angst vor Ansteckung, Krankheit und Tod wurden kriegerische Maßnahmen durchgesetzt, Ausgangssperre, Kontaktverbote, Isolierung, Schließung öff. Einrichtungen. Nur die Wirtschaft sollte weiter funktionieren auch wenn sich die ärmeren Schichten dichtgedrängt in den Öffis oder bei Tönnies infizierten, das hat ihren Profit nicht geschmälert.
Wie immer müssen die Armen das Risiko tragen und die Krisen bezahlen.
Als dann ein Impfstoff da war, konnte keine der Ankündigungen und Versprechungen eingehalten werden. Von Immunität kann keine Rede sein. Wenige einzelne haben mit einer grandiosen Mogelpackung Milliarden gescheffelt.
Eine Herdenimmunität wird es auch nicht geben, selbst wenn alle geimpft wären. Mit Omikron stecken sich auch die 3fach Geimpften an.
Keiner der jetzigen Impfstoffe bewirkt eine sterile Immunisierung – im Unterschied zu den 100%igen Pocken- oder Polio-Impfungen.
Die Einschätzung der Wirkungsdauer der Impfung und einer überstandenen Infektion wechseln ständig.
Es ist offensichtlich, dass viele zu einem solchen Stoff kein Vertrauen haben. Und noch weniger Vertrauen zu denen, die den Stoff aufzwingen wollen.
Das Schlimme ist, dass die gesamte Linke, ob radikal oder nicht, fast alles geschluckt und hingenommen hat, und einzelne Teile davon in diesem biopolitischen Entfremdungsprozess zum Vollstrecker staatlicher Maßnahmen mutiert sind
Uns ist die Kinnlade runter gefallen als die Flora und andere linke Gruppen die 2G-Regel eingeführt und durchgesetzt haben. Dass sie das staatliche Kalkül in unsern Zusammenhängen, Räumen und Szenen umsetzen, was der Staat selber so nie geschafft hätte: auf unsere ungeimpften Freundinnen und Freunde so einen immensen Druck ausüben und aus allem gemeinschaftlichen Leben ausschließen. Und dabei mitmachen, die Ungeimpften zum Sündenbock für ihre Krisen und Versagen verantwortlich zu machen.
Die 2G+Regel ist noch unsinniger, weil die „Geboosterten“ (das Unwort der Jahre 21/22) sich nicht testen müssen, obwohl sie sich und andere infizieren können. Ausschluss für die einen und einen Anreiz schaffen für die andern, Zuckerbrot und Peitsche. Wie langweilig, das nicht zu durchschauen.
Bei unsern Treffen sollen zur Zeit alle getestet sein. Das ist auch kein 100%iger Schutz, aber wir haben Vertrauen in unsere Bezugsgruppen und Gemeinschaften, dass wir aufeinander achten.
Letztendlich sind wir im klebrigen neoliberalen Kapitalismus eingesponnen mit der Urangst im Nacken ohne wortlos mitzumachen das eigene Überleben zu gefährden.Deshalb nachvollziehbare Entscheidungen mit ner riesigen Portion ,ausblenden, Beispiel Fusion.