Der Umgang mit Konflikten in unseren Strukturen: Konsenskultur als Lösung

Den nachfolgenden Texten haben wir im Rahmen einer Veranstaltung vorgetragen.

1. Kritik am Umgang untereinander

Die Kritik am Umgang untereinander innerhalb des undogmatischen Teils der radikalen Linken ist nicht neu. Diese Kritik ist nach mindestens fünf Jahrzehnten (!) leider teilweise immer noch aktuell. Das lässt darauf schließen, dass sich wohl an entscheidenden Punkten noch nichts geändert hat.

Es gab und gibt im innerlinken Diskurs einen ziemlich aggressiven und teilweise rabiaten Ton, sei es auf dem Plenum, Orga-Treffen, Kneipendiskussionen oder auch nur in Texten. Das ist auch nachvollziehbar, denn wir haben Politik nicht als rationale Auseinandersetzung sondern als (nicht nur verbalen) gewaltförmigen Kampf gegen uns kennengelernt und erlebt. Und wir haben auf ebensolche Weise kämpferisch und militant dagegen, d.h. nach Außen agiert. Aber leider haben wir diese kämpferische Haltung auch nach Innen übernommen und kultiviert.

Das politische Selbstverständnis, den Feind zu suchen und ihn irgendwie zu schlagen, haben wir auch intern beibehalten und mächtig viel Emotion und Energie im Kampf gegen „den Feind in den eigenen Reihen“ eingesetzt. Kritik und Hinweise auf Widersprüche zu z.B. anarchistischen Idealen wurden mit Hinweisen auf äußere Sachzwänge abgewiesen. Meistens war es der (Repressions-)Druck von Außen, der Gruppen zusammen gehalten hat, und sobald dieser Druck nachließ, implo­dierten diese Gruppen.

Die einzige Kritik an internen Umgangsformen, die aufgenommen wurde (weil sie musste) kam von feministischer Seite, auch als Kritik an der Gewalt durch Sprache. Da stand so mancher Szenema­cker plötzlich wegen seiner privilegierten Rolle und als Reproduzent von Geschlechterherrschaft auf der falschen Seite der Barrikade. Das führte zwar zu männlicher Verunsicherung aber nur selten zu Lösungen.

Die Folge dieses gewaltförmigen Umgangs untereinander war, dass sich erschreckend viele Leute über kurz oder lang wieder aus der radikalen Linken verabschiedeten. Mitte der 80er war teilweise die Rede vom „autonomen Durchlauferhitzer“. Bei derartigen inneren Kämpfen und der dadurch einsetzenden Verhärtung von „Fronten“ fehlt natürlich jegliche Anziehungskraft für Andere.

2. Organisierung und Konsensprinzip

Die undogmatische Linke versuchte sich von Anfang an herrschaftsfrei zu organisieren. Dass das nicht so einfach ist, und sich trotz Abwesenheit von organisatorischen Hierarchien so etwas wie in­formelle Hierarchien bilden können, wurde auch bald registriert, aber nicht verhindert. Ein wichti­ges Instrument der herrschaftsfreien Organisierung ist, Entscheidungen nicht nach dem Mehrheits- sondern nach dem Konsensprinzip zu fällen.

Dahinter steht nicht nur die klare Ablehnung des Mehrheitsprinzips, das als Mehrheitsdiktatur über eine jeweils unterlegene Minderheitenposition verstanden wird. Dahinter stehen auch schlechte Er­fahrungen aus hierarchischen Strukturen mit ausgeprägter interner Kampfatmosphäre, seien es die K-Gruppen der 70er, der AStA, die Grünen oder andere parlamentarische Experimente. Diese Er­fahrungen zeigten, dass hier weniger emanzipatorische Diskussionen liefen, als viel mehr ein mehr oder weniger dreckiger Kampf um ein 50% Abstimmungsergebnis für das eigene Anliegen.

Das Konsensprinzip macht solchen Ambitionen einen Strich durch die Rechnung, denn es erfordert Zustimmung oder zumindest Toleranz von allen. Dabei bedeutet Konsens nicht Gleichschaltung oder Einstimmigkeit im Sinne von Deckungsgleichheit der Interessen. Konsens bedeutet „Überein­kunft“, also einen Prozess.

Das Konsensprinzip ist nicht nur eine formale Änderung der Entscheidungsfindung, bei der die Lat­te von 50 auf 100% hoch gesetzt wird. Nur das allein ändert gar nichts, denn wenn sich im Umgang untereinander sonst nichts ändert, kommt mensch nur in relativ homogenen Gruppen zu einem Kon­sens und in heterogenen Gruppen wird man schnell mit dem Phänomen der Minderheitsdiktatur konfrontiert. Um Entscheidungen im „Konsens“ zu treffen, benötigt mensch also noch viel mehr, et­was, was in den letzten zwanzig Jahren als Konsenskultur bezeichnet und thematisiert wird.

3. Konsens als radikale Kultur von Wertschätzung, Kontakt, Verletzlich­keit

Das ist der Titel eines, wie ich finde sehr guten Textes von Joris Kern, der u.a. Ende 2017 in der Graswurzelrevolution veröffentlicht wurde. Joris betont in dem Text besonders, dass es um eine Än­derung der Haltung, der inneren Einstellung geht und beleuchtet die Dinge aus dieser Perspektive.

Zuerst wird die etablierte, herrschende (!) Kompromisskultur betrachtet:

„Ein Kompromiss heißt, dass alle Beteiligten Abstriche machen, um sich zu einigen“, wobei sie „mit der letztendlichen Lösung nur mäßig zufrieden“ sind.

Es wird dann das Verhalten beim Aushandeln von Kompromissen beschrieben, mit allen psycholo­gischen Aspekten einer typischen Kampfatmosphäre, wie Unzufriedenheit, Missgunst, dem Gefühl sich verteidigen zu müssen, permanenter Konkurrenz, etc. Diese Form der Auseinandersetzung ver­festigt und vertieft Gräben zwischen Personen und Gruppen und führt

irgendwann zur Explosion (…), wenn das Maß der erträglichen Einschränkung er­reicht oder überschritten ist.

Und:

Das Konsensprinzip mit einer Kompromisskultur-Haltung ausüben zu wollen, macht es zu nicht mehr als zu einer komplizierteren Abstimmungsmethode.

Als Gegenmodell beschreibt Joris die Konsenskultur als einen „radikal anderen Weg“:

Konsens ist hier der Versuch, unter Freien und Gleichwertigen alle Bedürfnisse mög­lichst optimal zu berücksichtigen. Verschiedene Bedürfnisse oder Wünsche sind nicht per se in Konkurrenz zueinander, sondern Teile eines noch zu gestaltenden gemeinsa­men größeren Bildes, in dem vieles Platz haben kann. Dahinter steht der Wunsch, dass es allen Beteiligten maximal gut geht und sie sich maximal gehört, gesehen, verstanden und wohlwollend behandelt fühlen sollen.

[Für die Konsensfindung] „zerlegt [mensch] die Wünsche und Bedürfnisse in immer ge­nauere Bausteine, um dann aus dem entstandenen großen Puzzle eine Lösung zusam­menzubauen, die möglichst viele der Bausteine enthält. Im Prozess der Verhandlung werden die Perspektiven weiter und vielfältiger, statt enger. Statt um verschiedene Be­dürfniserfüllungsstrategien zu streiten, geht es um das Erschaffen einer gemeinsamen Strategie, in der möglichst alle Bedürfnisse erfüllt werden.“

Dafür ist es erforderlich, die eigenen Bedürfnisse sich selber bewusst zu machen, sie genau zu äu­ßern und umgekehrt die Bedürfnisse anderer möglichst genau zu verstehen. Das erfordert aktives Zuhören und Empathie. Es erfordert auch

Wohlwollen, das ehrliche Interesse aneinander, die Bereitschaft, sich mit seinen eige­nen Strukturen (also Ängsten, Vorstellungen von Richtig und Falsch, Stress-Strategien etc.) auseinanderzusetzen, sich ehrlich zu zeigen und für sich einzustehen und genau diese Fähigkeiten auch an anderen wert zu schätzen“. [So eine] „radikale Kultur (…) aufzubauen schafft viel Vertrauen, braucht aber auch Mut.“

[Um] „(…) einen wirklichen Konsens unter Freien und Gleichwertigen zu finden, ist es notwendig, dass die Beteiligten sich sicher, willkommen, wertgeschätzt und respektiert fühlen. Auch die Angst vor sozialen Sanktionen macht Menschen unfrei. Wir alle können unser Bestes tun, um anderen diese Freiheit zu geben und [wir alle] haben das Recht, eine solche Haltung uns selbst gegenüber einzufordern. Außerdem ist es sinnvoll und notwendig, Ungleichheiten, die ein hierarchisches Gefälle zur Folge haben, strukturell auszugleichen oder zumindest sichtbar und bewusst zu machen.“

Als Beispiel dafür sind moderierte Versammlungen mit gewichteten Redner*innenlisten zu nennen: Die Moderator*innen haben dabei die Aufgabe, Neutralität im Sinne einer ergebnisoffenen Haltung einzunehmen und sich um Vermittlung, Ausgleich und Konsensfindung zu bemühen. Die gewichte­ten Redner*innenliste soll Personen, die noch nichts oder ganz wenig gesagt haben, in der Redner*­innenliste bevorzugen, was aber unbedingt transparent gemacht werden muss.

Joris schreibt auch noch,

Zusammengehörigkeit und Solidarität über gemeinsame Feinde*innen herzustellen (…) schafft aber an sich noch kein tieferes Vertrauen und ist oft nicht in der Lage, lang­fristige Verbindungen und gesellschaftliche Veränderung zu schaffen. Eine friedliche und gesellschaftlich tragfähige Struktur aufzubauen, funktioniert nicht, wenn diese nur dann tragfähig ist, solange sie Feinde*innen hat.

Langfristiges Zusammengehörigkeitsgefühl und Vertrauen stellt sich über Gemeinsam­keiten her. Auch die Bereitschaft zur Klärung von Konflikten wächst ungemein, wenn es über den Konflikt hinaus auch verbindende Elemente, Wertschätzung und Vertrauen gibt. Diese Art von Kennenlernen dauert manchmal länger und ist u.U. mühsamer, be­sonders, weil viele von uns daran nicht gewöhnt sind. Die Übung besteht darin, nach möglichen Verbindungen statt Differenzen Ausschau zu halten, welche zu schaffen und mindestens ebenso viel Wertschätzung zu geben wie Kritik und Problemgespräche.

Wichtig ist auch, dass

Alle Beteiligten (…) die Möglichkeit haben [müssen], bei einer Nichtvereinbarkeit der Bedürfnisse getrennte Wege zu gehen. Im Idealfall werden sie dabei von den anderen wertschätzend unterstützt. Auch das gehört zu den vielen Möglichkeiten von Konsens. Konsens ist auch die Kunst, einen weiten Blick zu eröffnen oder zu behalten und im Fal­le der Unvereinbarkeit getrennte Wege zu gehen.

Zum Schluss plädiert Joris dafür

„“einfach an[zu]fangen“ […] Statt darauf zu warten, dass die perfekte Gruppe, die richtigen Menschen, die perfekten Partner*innen vorbei kommen, mit denen es dann endlich funktioniert, die eigene Therapie abgeschlossen oder ein besserer Zeitpunkt da ist (…)“

4. Zusammenfassung und Ausblick

Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Konsensprinzip und einer Konsenskultur:

  • Ein Konsensprinzip mit einer Kompromisskultur-Haltung stellt nur eine anspruchsvollere Zählmethode bei Entscheidungen dar, das zu Unzufriedenheit und Verfestigung von Gräben führt.
  • Eine Konsenskultur ist ein Prozess einer tiefgehenden Lösungsfindung, bei dem möglichst alle Bedürfnisse optimal berücksichtigt werden. Ein Prozess, der Vertrauen schafft und Kraft gibt.

Die Voraussetzungen, die für alle Seiten gelten müssen, sind:

  • Empathie und aktives Zuhören
  • Offenheit
  • Wertschätzung und Wohlwollen
  • Achtung / Respekt

So eine Kultur einzuführen ist im besten Sinne eine Kulturrevolution! Wir müssen uns in unseren Zusammenhängen eine Konsenskultur erarbeiten und pflegen, um das permanente Scheitern von kollektiven Strukturen zu verhindern. Das ist der erste notwendige Schritt dazu, zu weiteren Aspekten insbesondere zu Projektstrukturen, bereiten wir noch weitere Texte und Diskussionen vor.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die hier vorgetragenen Inhalte nicht nur für politische Gruppen gelten, sondern im Grundsatz für jede zwischenmenschliche Beziehung…


Anhang

Links

Allgemein zum Konsensprinzip:
https://www.graswurzel.net/gwr/1996/06/mehrheitsdiktatur-und-konsensprinzip/
https://www.graswurzel.net/gwr/2005/03/der-irokesenbund-als-egalitare-konsensdemokratie/

Der Artikel von Joris Kern:
(Von uns aufbereitet:) https://eutopie.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/1485/2020/09/Konsens-als-radikale-Kultur-von-Wertsch%C3%A4tzung-Kontakt-Verletzlichkeit.pdf
https://kritisches-netzwerk.de/forum/konsens-als-radikale-kultur-von-wertschaetzung-kontakt-und-verletzlichkeit
PDF: https://www.magazin-auswege.de/data/2018/02/Kern_Konsenskultur.pdf
Homepage Joris: http://www.kernforschen.de/

Antwort auf den Artikel von Joris Kern:
https://www.graswurzel.net/gwr/2017/11/robuste-konsenskonzepte/

Antwort von Joris Kern wiederum auf die Kritik:
http://www.schattenblick.de/infopool/medien/altern/gras1718.html

(Die vorgenannten Texte sind auch auf unserer Seite Lesestoff verfügbar.)

Thema „GfK“1:
https://www.graswurzel.net/gwr/2009/09/ist-gewaltfreie-kommunikation-gelebte-anarchie/
https://www.graswurzel.net/gwr/2010/01/von-der-konfrontation-zuruck-zum-bitten/

Gute Seiten zum Thema Konsenskultur:
http://transform-social.org/ (Viele super Texte und weiterführende Links!)
https://wirliebenkonsens.wordpress.com/

Zum Thema „Putzen“ 😉
https://www.graswurzel.net/gwr/2018/05/putzen-als-waer-schon-anarchie/
https://www.akweb.de/ak_s/ak615/24.htm

Zum Thema Konsens beim Sex:
https://konsenslernen.noblogs.org/ (Super Broschüre!)
https://www.www-mag.de/debatten/beitrag/konsens-sprechen-lernen

Literatur

  • Ralf Burnicki:
    Anarchismus und Konsens. Gegen Repräsentation und Mehrheitsprinzip: Strukturen einer nichthierarchischen Demokratie.
    Verlag edition av, Frankfurt 2002, ISBN 3-936049-08-4.
    (Rezension in der GWR: https://www.graswurzel.net/gwr/2003/10/nachdenken-uber-eine-herrschaftsfreie-zukunft/)
  • Senta Trömel-Plötz (Herausgeberin):
    Gewalt durch Sprache: Die Vergewaltigung von Frauen in Gesprächen
    1984 FISCHER Taschenbuch Verlag, ISBN 3-596-23745-9.
    2005 mit einem aktualisierten Vorwort der Herausgeberin, Milena Verlag, ISBN 3-85286-120-9.

Community Accountability“(Gemeinschaftsverantwortung)

ist eine gemeinschafts- und nicht polizei- und gefängnisbasierte Strategie, um auf Gewalt, ein­schließlich häuslicher und sexueller Gewalt und Kindesmisshandlung, zu reagieren. Sie zielt darauf ab, dass eine Ge­meinschaft – ein Freundeskreis, eine Familie, eine Gemeinde, eine Arbeitsstätte, ein Appartement-Komplex, die Nachbarschaft etc. – prozesshaft zusammenarbeitet, um folgendes zu verwirklichen:

  • Werte und Methoden, die sich Gewalt und Unterdrückung entgegenstellen, und Sicherheit, Unterstüt­zung und Verantwortung fördern, entwickeln und festigen.
  • Strategien entwickeln, um auf verwerfliches Verhalten von Gemeinschaftsmitgliedern zu reagieren und ihnen zu helfen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und es zu ändern.
  • An der Weiterentwicklung der Gemeinschaft und aller ihrer Mitglieder arbeiten, um die politischen Verhältnisse zu ändern, die Unterdrückung und Gewalt begünstigen.
  • Gemeinschaftsmitgliedern, die gewaltsam angegriffen wurden, Sicherheit und Unterstützung bieten und dabei ihre Selbstbestimmung achten

Transformative Justice“:
https://www.transformativejustice.eu/de/about/

Differenziertes Konsensstufen Modell

Sobald ein konsensverdächtiger Lösungsvorschlag erarbeitet wurde, wird dieser nach sogenannten Konsens­stufen bewertet.

Diese Stufen gehen darüber hinaus, was in einer Ja-Nein Abstimmung an Alternativen zur Verfü­gung steht. Die Formen der Zustimmung und Ablehnung sind differenzierter, was das Erreichen ei­nes Konsens erleich­tert.

1. Volle Zustimmung
„Ich stimme dem Lösungsvorschlag zu.“

2. Leichte Bedenken
„Ich stimme zu, habe aber leichte Bedenken.“

3. Enthaltung
„Ich überlasse euch die Entscheidung, bin bei der Umsetzung aber dabei.

4. Beiseite stehen
„Ich kann den Vorschlag nicht vertreten, lasse ihn trotzdem passieren (beteilige mich aber nicht).

5. Schwere Bedenken
„Ich habe schwere Bedenken und wünsche mir eine andere Entscheidung.“

6. Veto
„Der Vorschlag widerspricht grundsätzlich meinen Vorstellungen. Er darf nicht beschlossen bzw. ausgeführt werden.“

(Aus: https://www.arbeitsstelle-kokon.de/konstruktive-konfliktbearbeitung/konsensmoderation/konsensstufen )


Aus „Konsensieren“ von https://wunschnachbarn.de/ (Kölner Wohnprojekt):

Nach dem Leitsatz „Widerstände sind noch nicht entdeckte Bedürfnisse“, wird allen unter­schiedlichen Positionen (insbesondere auch ‚Widerständen‘ und damit verbundenen Bedürf­nissen) eine besondere Wertschätzung entgegen gebracht, indem sich die Gruppe für die ge­naueren Hintergründe interessiert. Nach dieser qualitativen Erforschung können oft neue, tragfähigere Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.


1 Das Thema Konsenskultur hat auch viele Gemeinsamkeiten mit dem von Marshall B. Rosenberg entwickelten Handlungskonzept Gewaltfreie Kommunikation (GfK). Rosenberg analysiert dabei ausführlich die sog. lebensent­fremdende Kommunikation bei Konflikten und gibt ausführliche Konzepte und Methoden zur GfK an. In der Zeit­schrift Graswurzelrevolution sind dazu mehrere Artikel erschienen (s. Links).
Kritisch muss ich hier anmerken, dass mir die von Rosenberg benutzte tierische Metapher von der „Wolfssprache“ überhaupt nicht gefällt: Diese (negative) Vermenschlichung von Tieren ist den echten Wölfen gegenüber ungerecht und herabsetzend. Ich kenne keine Tiere, die so niederträchtig und so vernichtend denken und handeln können, wie der Mensch.

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